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Jeversches Wochenblatt
ARTIKELARCHIV
Quelle: Jeversches Wochenblatt, Rubrik: Aktuell, Ausgabe vom 10.03.2010
35 Jahre lang als Pfarrer in Jever gewirkt
Kirche Heinrich Westendorf starb im Alter von 87 Jahren / St. Marien ist sein Lebenswerk
Jever – Im Alter von 87 Jahren ist der langjährige Gemeindepfarrer von St. Marien, Heinrich Westendorf, verstorben. Er hat die Pfarrgemeinde St. Marien in Jever über Jahrzehnte geprägt, als Mann, der immer Zeit und ein offenes Wort für diejenigen hatte, die am Rand der Gesellschaft standen. Besonders eng war er verbunden mit den vielen Vertriebenen, die in Friesland eine neue Heimat gefunden haben. Sein Weg im christlichen Glauben verlieh ihm auch ein waches Empfinden für Menschlichkeit und ihre Verletzungen. Den Kranken und den Schwachen und den Menschen am Anfang und am Ende ihres Lebens stand er besonders nahe. Wie vielen Menschen hat Pfarrer Westendorf im Laufe seiner 35 Jahren als Priester Mut zusprechen können und Hoffnung gegeben? Wie viele Kinder und Jugendliche, Familien und alte Leute hat er geprägt, ihnen Sakramente gespendet, getröstet? Sein Lebensweg begann am 26. April 1912 in Märschendorf (Stadt Dinklage). Nach dem Abitur in Vechta studierte er Theologie in Münster und München. Am 19. Dezember 1936 empfing er die Priesterweihe in der Krankenhauskapelle St. Raphael in Münster. Nach zwei Jahren als Kaplan in Ascheberg verließ er im Winter 1939 das Bistum und wechselte als Seelsorger in den Böhmerwald. Harte Arbeit erwartete ihn dort, tief geprägt von einem festen Glauben, bis er 1946 mit den anderen Deutschen dort vertrieben wurde. Nach seiner Rückkehr wurde er zunächst Pfarrverwalter in Carum (Landkreis Vechta). 1947 ernannte ihn der Bischof von Münster zum Pfarrer von Jever. Diese Aufgabe hat er 35 Jahre versehen. Heinrich Westendorf stellte sich dabei den Herausforderungen der Seelsorge, insbesondere der praktischen Umsetzung des zweiten vatikanischen Konzils mit der konsequenten Öffnung der Liturgie zu und mit den Gläubigen. Als sein Lebenswerk ist die neu erbaute Kirche St. Marien in Jever zu betrachten. Der Grundstein für das Gotteshaus wurde 1966 gelegt. Den Lebensabend verbrachte er zunächst in Paderborn. Im hohen Alter kehrte er zu seinen Wurzeln in die südoldenburgische Heimat zurück. In der Familie seines Neffen in Bokern verbrachte er die letzte Dekade seines Lebens. Dort feierte er im Dezember 2006 mit den Angehörigen und einigen Mitbrüdern seine Gnadenjubiläumsmesse. Pfarrer Westendorf starb am 1. März, er hat in Bokern seine letzte Ruhestätte gefunden. Die Pfarrgemeinde St. Marien in Jever lädt zu einem Gedenkgottesdienst für Pfarrer Westendorf am Donnerstag, 11. März, um 18 Uhr in der Kirche St. Marien ein. Thomas Enger
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